Weinlese-Verzeichnis

1974
Normales Produktionsjahr, mit gesunden Trauben und gut verteilten Niederschlägen, mit Temperaturen über zwanzig Grad in der ersten und zweiten September-Dekade und einem Mittelwert von fünfzehn Grad in der dritten. Franciacorta reich an Aromen von reifen Früchten, schmackhaft und mit sehr guter Struktur. Ausgezeichnet.

1975
Gutes Produktionsjahr und Spätlese. Ätherischer und wenig persistenter Franciacorta. Durchschnittlich.

1976
Jahrgang reichlicher Produktion gekennzeichnet durch übermäßige Regenfälle und Temperaturen unter dem Durchschnitt, um 16 bis 18 Grad. Ein wenig kurzer und wenig feiner Franciacorta. Unzureichend.

1977
Normales Produktionsjahr, Weine mit hohem Gehalt an fester Säure. Die starken Regenfälle und die Temperaturen von 22 Grad in der ersten, bis 13 Grad in der dritten Dekade erlauben die Kelter eines Franciacorta von aromatischem und duftendem Geschmack. Ansprechend.

1978
Normales Produktionsjahr, mit gesunden Trauben und guter Säure. Die Regenfälle sind eher schwach, vor allem in der zweiten und dritten Septemberdekade sind die Temperaturen optimal. Delikater feiner und aromatischer Franciacorta. Gut.

1979
Normales Produktionsjahr, frühe Ernte, klimatischer Verlauf mit Dürrezeiten und kühl für den gesamten Monat September. Unter einem guten Vorzeichen entstandene Franciacorta Weine, gleichzeitig mit besonderer Harmonie, hoher Struktur und aromatischer Persistenz ausgestattet. Hervorragend. Jahrgangswein.

1980
Normales Produktionsjahr mit gesunden Trauben. Geringe Niederschläge im September und Durchschnittstemperaturen von 18 bis 20 Grad im Durchschnitt. Franciacorta mit besonderer Balance und Harmonie in der Struktur, sehr aromatisch. Gut.

1981
Normales Produktionsjahr mit ziemlich gesunden Trauben. Gut verteilte Regenfälle und konstante Temperaturen im Bereich von 18 bis 20 Grad für den ganzen September. Besonders fruchtiger Franciacorta, frisch und mit gutem Gleichgewicht zwischen Säure und Struktur. Ausgezeichnet.

1982
Gutes Produktionsjahr, mit vollkommen gesunden Trauben, gekennzeichnet durch einen regenarmen September mit Temperaturen um 20 Grad und niedrige Luftfeuchtigkeit. Sehr feiner, eleganter Franciacorta. Ausgezeichnet.

1983
Reichlicher Jahrgang mit sehr gesunden Trauben. In der ersten und zweiten Dekade spärliche und gut verteilte Niederschläge, in der dritten Dekade lange Sonnentage. Franciacorta mit ausgeprägten blumigen Düften und gutem Geschmack. Gut.

1984
Normales Produktionsjahr mit Weinen von hohem Gehalt an fester Säure. Niederschläge in der Norm und Temperaturen, im September, in der Größenordnung von 15 bis 16 Grad, die dem Franciacorta Frische, Eleganz und Fülle in der Struktur geben. Sensationell. Historischer Jahrgang.

1985
Normales Produktionsjahr mit schönen, gesunden Trauben. Normale Temperaturen und erst in der zweiten Septemberdekade ein wenig Regen. Harmonischer und gut strukturierter Franciacorta mit besonderen Noten von reifen Früchten. Hervorragend. Jahrgangswein.

1986
Reiches Produktionsjahr mit ziemlich gesunden Trauben. Während der ersten und der zweiten Septemberdekade ideale Temperaturen und wenig Regen, Sonne in der dritten Dekade. Franciacorta ohne große Eigenschaften. Ansprechend.

1987
Schlechtes Produktionsjahr. Wenig Regen und Temperaturen von zwanzig bis dreiundzwanzig Grad, über dem jahreszeitlichen Durchschnitt im September. Franciacorta mit zarten Noten von Frische und Wohlgeschmack. Gut.

1988
Niedriges Produktionsjahr (Durchschnitt 7615 kg/ha) mit gesunden Trauben und eine guter Gradation. Klimaverlauf nahezu ideal mit Sonnenschein und Temperaturen um 18 Grad für den gesamten Monat September, ermöglichte eine perfekte und langsame Reifung der Traube. Franciacorta mit starker Persönlichkeit, Charakter und mit einem sehr ausgewogenen und feinen blumig-fruchtigen Aufbau. Sensationell. Historischer Jahrgang.

1989
Gutes Produktionsjahr mit gesunden Trauben und hohem Säuregehalt. Gut verteilte Niederschläge, etwas häufiger in der dritten Septemberdekade. Franciacorta mit guten Geschmackseigenschaften. Ansprechend.

1990
Normales Produktionsjahr mit gesunden Trauben von hoher natürlicher Gradation. Der optimale und regelmäßige Klimaverlauf über den gesamten September erlaubte, die aromatische Komplexität reifer Früchte des besonders aromatischen und eleganten Franciacorta zu exaltieren. Sensationell. Historischer Jahrgang.

1991
Recht gutes Produktionsjahr, mit gesunden und reifen Trauben. Klimaverlauf mit hohen Durchschnittstemperaturen, in der Größenordnung von 22 Grad, vor allem in den ersten beiden Septemberdekaden. Franciacorta mit Charakter und Frische, besonders fruchtig und blumige Aromen von guter Ausgewogenheit und Persistenz. Hervorragend. Jahrgangswein.

1992
Gutes Produktionsjahr, Sommer durch anhaltende Niederschläge gekennzeichnet. Franciacorta mit guten Blumendüften. Ansprechend.
Bewertung der Weinlese: 3

1993
Normales Produktionsjahr mit früh gereiften Trauben. Trockener Sommer. Die Ernte erfolgte vor den schweren Regenfällen, die in der zweiten Septemberhälfte begannen.
Franciacorta von guter Struktur, sehr angenehm, ausgewogen, besonders duftend und fruchtig, wohlschmeckend. Hervorragend. Jahrgangswein.
Bewertung der Weinlese: 4

1994
Jahrgang gekennzeichnet durch Produktionsmengen unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, heißer und trockener Sommer, leicht verspätete Weinlese, hohe chemisch-physikalische Eigenschaften der Grundweine. Franciacorta mit Säure, Vollständigkeit und Harmonie von Geschmack und feinen Düften. Hervorragend.
Bewertung der Weinlese: 4

1995
Von niedrigen Ausbeuten gekennzeichneter Jahrgang (Durchschnitt 7150 kg/ha), langer Sommer, vorverschobene Weinlese, hohe und besonders geeignete chemisch-physikalische Eigenschaften. Ein Franciacorta voller Frische, aromatischer Vollständigkeit und aromatischer Vollkommenheit, von besonderer Struktur und Intensität von anhaltenden Düften. Sensationell. Erster DOCG Jahrgangswein.
Bewertung der Weinlese: 5

1996
Von einem nicht allzu heißen Sommer gekennzeichneter Jahrgang, beschränkte Unwetterschäden, leicht verfrühte Reifung der Trauben, gute Säuregrundlage, Hektarerträge in der Norm und niedriger als in den Richtlinien vorgesehen. Angenehmer, harmonischer Franciacorta, von feinem, strukturiertem Geschmack. Tendiert gegen ausgezeichnet. Jahrgangswein.
Bewertung der Weinlese: 3 ½

1997
Jahrgang ohne Unwetterkatastrophen und Schädlingsbefall, dürrer und heißer Frühling mit verfrühter Vegetation, nicht allzu heißer, luftiger Sommer. Reguläre und trockene Weinlese, hoher Säuregehalt und Trauben mit guter Gradation, Hektarerträge im Durchschnitt der letzten 2-3 Jahre. Sehr feiner Franciacorta, mit delikaten Duftnoten, intensiven Aromen. Ausgezeichnet. Jahrgangswein.
Bewertung der Weinlese: 5

1998
Durch eine vegetative Verzögerung in den frühen Entwicklungsphasen gekennzeichneter Jahrgang, besonders verregnete Sommerperiode. Bis zur Blüte besonders heftige Hagel-Episoden, jedoch nur in einigen besonders exponierten Bereichen. Durch niedrige Erträge (durchschnittlich 7810 kg/ha) gekennzeichnete Weinlese mit unterschiedlichen Mengen je nach Gebiet und Einzellage. Insgesamt gute Qualität mit mittlerer Säure, gekennzeichnet durch einen hohen Weinsäuregehalt und guten Zuckergehalt.
Bewertung der Weinlese: 4

1999
Qualitativ und quantitativ zufriedenstellender Jahrgang. Die Wetterlage war in der Norm, es gab nur zwei Hagelereignisse im August, die die Qualität und den Gesundheitszustand der Trauben nicht gefährden konnten. Die Franciacorta-Grundweine zeigen feine Duftnoten, ausgezeichnete pH-Werte vorwiegend im Säurebereich, gute aromatische Komplexität und ausgezeichneten Alkoholgehalt.
Bewertung der Weinlese: 4

2000
Jahrgang gekennzeichnet durch eine Periode niedriger Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit vor der Beerenreife; von der Beerenreife bis zur Weinlese (ab 18. August war das Klima sehr heiß, trocken und windig. Sehr gutes Zucker/Säure-Verhältnis in den Trauben. Die Erträge in den Muster-Weinbergen betrugen etwa 5850 l/ha. Die Franciacorta-Grundweine weisen einen ausgezeichneten Alkoholgehalt mit wenig Restzucker, einen guten pH-Wert vorwiegend im Säurebereich auf; die Grundweine zeigen eine gute Struktur und Körper, mit Aromen und vielseitigen Geschmacksrichtungen, intensiv und sehr delikat.
Bewertung der Weinlese: 3

2001
Jahrgang gekennzeichnet durch eher niedrige Durchschnittstemperaturen bis zum Fruchtansatz der Traube, mit reichlichen und gut verteilten Niederschlägen, die nicht zu dichte Trauben produziert haben. Nach dem Fruchtansatz hat die Jahreszeit mit einer Klimaveränderung aufgewartet, die Temperaturen sind recht stark angestiegen und die Niederschläge wurden nach der Beerenreife sehr schwach und ermöglichten den Trauben sowohl aus gesundheitlicher als aus analytischer Sicht einen optimalen Reifeprozess, um Franciacorta Ausgangsweine mit ausgezeichnetem Zucker/Säure-Verhältnis zu produzieren. Die Grundweine sind sehr sauber, reich an intensiven und sehr feinen sortentypischen Aromen. Die Franciacorta Grundlagen 2001 haben einen großartigen Jahrgang produziert.
Bewertung der Weinlese: 4

2002
Der besonders harte und trockene Winter hat zu einer uneinheitlichen und eher kümmerlichen Knospung der Reben geführt, die sich dann dank der günstigen Wetterbedingungen im Frühjahr, welche die pflanzliche und produktive Wiederherstellung der Kultur begünstigte, wieder erholt haben. Die Blütezeit war gekennzeichnet durch kalte und regnerische Tage und führte zu einem reduzierten Fruchtansatz mit niedrigerem durchschnittlichem Traubengewicht. Nach dem besonders heißen und trockenen Juni war der Sommer von niedrigen Durchschnittstemperaturen und hohen Niederschlägen geprägt, begleitet von vereinzelten Hagelereignissen. All dies führte zu einer Ernte, die quantitativ unter dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt, jedoch durch analytische Parameter der Trauben geprägt ist, deren besonders interessantes Zucker/Säure Verhältnis langes Verbleiben des Franciacorta auf den Hefen und folglich die Verwendung dieses Jahrgangs für Jahrgangsweine voraussehen lassen.
Bewertung der Weinlese: 3 ½

2003
Durch sehr begrenzte Regenfälle in den ersten neun Monaten des Jahres gekennzeichneter Jahrgang. Nach den niedrigen Temperaturen zu Frühjahrsbeginn, die in einigen Bereichen leichte Beschädigung der Knospung verursacht haben, blieben die Temperaturen in einem über dem normalen Niveau liegenden Bereich, besonders im Sommer, was zu einer sehr frühen Weinlese führte. Diese besonderen klimatischen Bedingungen haben die Produktion von Trauben in einem hervorragenden Gesundheitszustand mit einem überdurchschnittlichen Zuckergehalt erlaubt. Der Ertrag auf dem Feld wie im Keller war quantitativ aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Wasser und der daraus resultierenden höhere Konzentration des Beerensafts niedriger als in den Vorjahren.
Durch einen guten Alkoholgehalt gekennzeichneter Franciacorta, mit wichtigem Körper und aromatischer Komplexität.
Bewertung der Weinlese: 3

2004
Von nie allzu hohen Tagestemperaturen und recht tiefen Nachttemperaturen gekennzeichneter Jahrgang, mit ausgezeichneter thermischer Exkursion, die die Synthese und die Erhaltung der Aromen in den Trauben aktiviert haben. Vegetationszeit ohne große Überraschungen und Zwischenfälle und Rückkehr zu einer regulären Ernte auch aus quantitativer Sicht, nach zwei Jahren mit schwachen Traubenernten. Die Wetterlage hat es ermöglicht, die einzelnen Eignungen der verschiedenen Mikro-Weinanbaugebiete der Franciacorta zu verbessern, so dass die Produktion von deutlich verschiedenen Franciacorta Grundweinen je nach Herkunftsgebiet vorauszusehen war, mit ausgezeichneter Finesse und starker Säure. Ausgezeichnete Voraussetzungen, Cuvées von großer Frische zu keltern, aromatisch komplex, potenziell sehr langlebig und mit starker Persönlichkeit.
Bewertung der Weinlese: 4

2005
Jahrgang mit schwankendem Verlauf zumindest bis zur Blüte. Im Folgenden hat sich die Wetterlage mit trockenem, sonnigem Wetter und guten Temperaturexkursionen zwischen Tag und Nacht bis Ende August reguliert. Daher haben sich gute Zuckeranhäufungen mit begrenzten Abnahme der Säure-Inhalte und besonders niedrigen pH-Werten manifestiert. Das Geschmacksprofil der Ausgangsweine erwies sich als sehr vielversprechend an Eleganz und Alterungspotential. Jahrgang für großen Jahrgangswein.
Bewertung der Weinlese: 5

2006
Ein regulärer Frühjahrsverlauf führte zu einem recht trockenen Sommeranfang, mit ähnlichen Tendenzen wie 2003. Ab Anfang August haben einige Regenfälle den Wasserhaushalt wiederhergestellt und die Reifung begann unter den besten Bedingungen. Seit Mitte August hat das Barometer "schön/stabil" angezeigt, mit nächtlichen Schwankungen bis 10 Grad, die zum Erhalt der Frische und der Aromen beigetragen haben.
Die Franciacorta-Grundweine 2006 zeigen feine Duftnoten, ausgezeichnete pH-Werte und vor allem Säurewerte, gute aromatische Komplexität und optimalen Alkoholgehalt.
Bewertung der Weinlese: 4 ½

2007
Ein sehr milder Winter hat sicher deutlich zu einem frühen Erwachen der Natur beigetragen und so setzte die Knospung der Reben schon in letzten Märztagen ein, etwa 20 Tage eher als im Durchschnitt. Die Sommerperiode verlief regulär, mit etwas niedrigeren Temperaturen als erwartet, dies hat dennoch die ordnungsgemäße Reifung der Trauben erlaubt und einen deutlichen Vorsprung gegenüber früheren Jahren bewirkt. Die lange Reifezeit hat eine ausgezeichnete Entwicklung der Früchte sowohl hinsichtlich der Säure als auch der aromatischen Komponenten ermöglicht. Die hohen Temperaturschwankungen in den Tagen vor der Weinlese haben außerdem sehr frische Noten hervorgehoben. Die Moste weisen gute Analysedaten von Zucker, Säure und gute pH-Werte auf, mit intensiven, feinen, eleganten Düften, mit ausgeprägten blumigen und fruchtigen Noten.
Bewertung der Weinlese: 4

2008
Das kalte und wenig sonnige Frühjahr führte zu einem um etwa zwei Wochen verzögerten Austrieb im Vergleich zum Vorjahr.
Insgesamt haben die Wetterbedingungen, mit unterschiedlichen und idealen Bewässerungsstufen, die Entwicklung des vegetativen Wachstums, die Zusammensetzung der Traube und schließlich ihre Konzentration gut unterstützt. Potenziell Weine von ausgezeichneter Qualität in verschiedenen Gegenden der Franciacorta.
Bewertung der Weinlese: 4

2009
Der Jahrgang ist regulär verlaufen, mit leichtem Vorsprung der Knospung im Vergleich zu 2008.
Infatti la stagione è stata nel complesso calda, intervallata da alcune giornate di pioggia provvidenziale che hanno portato ad una accrescimento regolare dei grappoli, senza stress idrici e attacchi patogeni. Le bacche sono giunte a maturazione, sane, turgide, dalla buccia tenace e dalla polpa croccante: tutte caratteristiche ideali per un Franciacorta di qualità.
Die analytischen Mostdaten haben ein sehr positives Bild der Jahrgangsqualität geliefert: mittel-niedriger Zuckerspiegel (bis heute durchschnittlich 10,80 in potenziellem Alkohol), gute Gesamtsäure (9-10 g/l), ausgezeichnete pH-Werte (3,05 bis 3,10). Alles optimale Eigenschaften für den Franciacorta in all seinen Ausprägungen, von der Brut von 18 Monaten bis zu den großen Reserven.
Bewertung der Weinlese: 4

2010
Zu Beginn der Vegetationsperiode hatten die Reben eine sehr reguläre, rasche und gleichmäßige Entwicklung angezeigt. Später jedoch hat die Wetterlage im eher kalten und regnerischen Mai zu einer Verlangsamung des vegetativen Wachstums geführt.
Eine sehr regnerischer Juli hat den Einsatz in der Schädlingsbekämpfung auf eine harte Probe gestellt und die Verspätung gegenüber den Vorjahren, vor allem den Traubenlesen 2002 und 2009 zusätzlich vergrößert.
Die Weinlese ist unter idealen Bedingungen abgelaufen und es war möglich, die Ernte der Trauben, die sich mit einer für die Herstellung von Franciacorta Grundlagen gut eingestellten Säure-Basis präsentierten, geeignet zu verwalten. Produkte von guter Qualität stammen besonders von mageren Böden und den Erhebungen.
Bewertung der Weinlese: 3 ½

2011
Der Frühling war wärmer als der historische Perioden-Durchschnitt, während der kühle und regnerische Sommer einen idealen Wechsel zwischen warmen Temperaturen während des Tages und kühlen Temperaturen in der Nacht garantierte. Das Ausreifen der Trauben und der Beginn der Reifung waren verfrüht, nahm dann aber einen graduellen Verlauf. Eine langsame Reifung, begleitet von milden Temperaturen und guten Tagestemperaturschwankungen, die günstig sind für die Synthese und die Akkumulation von Vorläufern der aromatischen Verbindungen, haben sich als ausgezeichnete Voraussetzung für den Erhalt von Sektgrundlagen von hervorragender Qualität erwiesen. Die regelmäßigen, nie übermäßigen Niederschläge haben gleichzeitig ein relevantes Gewicht der eingebrachten Erträge und eine einwandfreie Gesundheit ermöglicht. Auch die Säurekomposition und die Konzentration des Produkts haben ideale Bedingungen verzeichnet und dem Jahrgang Voraussetzungen von besonderem Wert verliehen, mit einer großen Ausgewogenheit der Duftnoten und mit intensivem Aroma. Zum ersten Mal in Italien wird in der Franciacorta die Reserve-Weinlese gewährt: Ein quantitativ und qualitativ hervorragender Jahrgang, der die Einlagerung von Reservewein erlaubte.
Bewertung der Weinlese: 5

2012
Jahrgang gekennzeichnet durch abrupte Klimaänderungen, die im Durchschnitt die Weinberg-Verwaltung und die Programmierung der Eingriffe und der Traubenernte anspruchsvoller gestaltet haben. Der Austrieb hat sich über die Zeit ziemlich ausgedehnt und hat mehr als in anderen Jahrgängen die mikroklimatischen Unterschiede innerhalb der Franciacorta zum Vorschein gebracht: Südlich des Monte Orfano haben sich die ersten Knospen bereits in der letzten Märzwoche geöffnet, während in den Bereichen im Nordosten der Knospenaustrieb im Durchschnitt bis Mitte April dauerte.
Aus einer Analyse der Wetterdaten ist zu ersehen, wie die Durchschnittstemperaturen von der letzten Aprildekade bis Ende Juli unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 2002 bis 2011 lagen. Dies hat zu einer Verlangsamung des vegetativen Wachstums und zu einer Verlängerung der Zeit zwischen Knospung und Blüte geführt. Im gleichen Zeitraum waren die Regenfälle reichlich, oft über dem Durchschnitt des vergangenen Jahrzehnts.
Die nicht optimalen Wetterbedingungen bei der Blüte führten teilweise zu einem reduzierten Fruchtansatz, der sich in einem unterdurchschnittlichen Produktionspotential ausdrückte.
Ende Juli gab es eine scharfe Trendwende mit einem starken Anstieg der Temperaturen, diesmal über dem Zehnjahresdurchschnitt, was zu einer starken Aufholung der zuvor angesammelten Verspätung führte. In der Tat begann die Weinlese um Mitte August, die allerersten Trauben wurden zwischen dem 10. und 12. August gelesen.
Mit dem Beginn der Weinlese wurden die ersten Produktionsschätzungen vorgenommen, die sich in einer Höhe von durchschnittlich rund 80 bis 90 Zentner pro Hektar bestätigt haben. Die Weinlese 2012 wird aufgrund der niedrigen Produktivität sicherlich für viele Jahre als „außergewöhnlicher“ Jahrgang in Erinnerung bleiben, während sie in qualitativer Hinsicht glücklicherweise zufriedenstellend war.
Die analytischen Befunde haben die Qualität der Trauben und der Moste mit einer optimalen Zucker/Säure Ausgewogenheit und ausreichend niedrigen pH-Werten bestätigt, wie es sich für die Kelter des Franciacorta gehört.
Bewertung der Weinlese: 4

2013
In Bezug auf Wetterverlauf und Schädlingsbekämpfung ein schwieriges Jahr. Der Austrieb trat mit leichter Verspätung um Mitte April ein. Zum Zeitpunkt der ersten Austriebe erwies sich das Jahr 2013 als das kälteste und regenreichste des letzten Jahrzehnts. Dies führte zu einer Verlängerung der Vegetationsruhe, auch in den Gebieten oder Arten, die sich normalerweise früher entwickeln und bewirkte mit der ersten Wärme einen gleichzeitigen Austrieb in der gesamten Franciacorta. Am 24. und 25. Mai gab es einen ungewöhnlichen und brüsken Rückgang der Temperatur, die nachts bis auf 5° C fielen und im Laufe des Tages 13° C nicht überschritten.
Die Temperaturschwankungen, verbunden mit einigen Regenperioden in der Blütephase, führten in einigen Bereichen zu einer kümmerlichen Fruchtbildung, die eine Verringerung des Produktionspotenzials bewirkte, was sich schließlich in eine Qualitätssteigerung umsetzte.
Eine weitere Schwierigkeit war der besonders deutliche, wenn auch glücklicherweise auf einige bestimmte Zonen beschränkte Befall des Gekreuzten Traubenwicklers, der zu einer strengen Sortierung der für die Kelter bestimmten Trauben zwang.
Trotz aller Schwierigkeiten wird 2013 als das Jahr einer September-Weinlese in Erinnerung bleiben, wie es seit Jahren nicht mehr vorkam. Die ersten vorsichtigen Erntearbeiten begannen um den 25. August und dauerten bis Mitte September.
Eine sehr langsame Reifung, die sich über einen Zeitraum des Jahres hinzog, in dem hohe Tagestemperaturen der Vergangenheit angehören und die Temperaturschwankungen stärker ausgeprägt sind, kann nur ein Vorspiel sein zu Grundweinen von sowohl in analytischer als aromatischer Hinsicht außergewöhnlicher Qualität. Der hohe Säuregehalt und die niedrigen pH-Werte haben dazu beigetragen, den Ausgangsweinen der Ernte 2013 besondere Mineralität zu verleihen.
Bewertung der Weinlese: 4

2014
Nach einem milden Winter und einem entschiedenen ungewöhnlichen März (durchschnittliche Höchsttemperaturen von 20 °C im Vergleich zu 2013 mit einem Mittelwert der Höchsttemperaturen von 10 °C) trat das vegetative Wachstum deutlich früher als im Vorjahr ein: die ersten Knospen öffneten sich in den letzten Märztagen. Die Knospung entwickelte sich normal und die durchschnittlich hohen Temperaturen haben eine schnelle Entwicklung begünstigt. Der Beginn der Blüte wurde um den 8.-10. Mai mit zahlreichen und großen Blütenständen beobachtet, das Vorspiel zu einer guten Produktion.
Der phänologische Vorsprung wurde ab Juni wegen der häufigen Regenfälle und starker Temperaturstürze unterbrochen.Diese Bedingungen haben sich den ganzen Sommer über fortgesetzt.
Der Farbumschlag der Trauben begann um Mitte Juli,die häufigen Niederschläge verlangsamten den Reifeprozess, teilweise litt auch die Pflanzengesundheit darunter, die sich dann aber durch die strenge Selektion der Trauben wieder normalisierte.
Die langsame und gleichmäßige Reifung hat zeitlich versetzte Erntetermine und damit die Programmierung der Ernte im Einklang mit den Anforderungen an die technologischen Reife der Trauben, die als Franciacorta-Basis vorgesehen waren.
Der zunächst sehr großzügige Traubenertrag wurde als Folge einer rigorosen Auswahl im Weinberg deutlich unterhalb der von den Vorschriften vorgesehenen Grenze gebracht.
Die besonderen Wetterbedingungen dieses Jahrgangs haben die Eigenschaften der Grundweine beeinflusst, die einen relativ hohen Säuregehalt zum Vorteil größerer Frische und Feinheit aufweisen. Die verlangsamte Reifung bei nie übertrieben heißen Tagestemperaturen und ausgeprägten Temperaturschwankungen haben dazu beigetragen, dass die Trauben einen hohen Apfelsäuregrad aufwiesen und aromatisch mehr als intakt waren.
Alle Voraussetzungen für einen Jahrgang von großer Finesse und Eleganz sind gegeben.
Bewertung der Weinlese: 3 ½

2015
Die Wachstumsphase 2015 hat ohne Probleme beim Austrieb in der ersten Dekade des Aprils begonnen. Von April bis August war die Saison 2015 die regenärmste der letzten Jahre. Der meteorologische Verlauf im Monat Juli war gekennzeichnet durch fehlenden Niederschlag und täglich hohen Durchschnittstemperaturen. Das führte zu einer Beschleunigung des Stoffwechsels bei den Reben und zu einem regulären Reifungsprozess.
Die Lese begann in der 1. Augustwoche und dauerte ca. 20 Tage. Die konstant anhaltenden ziemlich hohen Temperaturen haben zu einer kurzen, intensiven Ernte geführt. Für die zur Sektproduktion vorgesehenen Trauben ist die rechtzeitige Ernte ein wichtiger Faktor, um den richtigen Säuregehalt zu garantieren, der die charakteristische Frische und langen Lagerfähigkeit der Franciacorta Weine ausmacht.
Mengenmäßig in Hinsicht auf die anfänglich erwarteten Zahlen, unterschreiten die wirklich eingefahren Erträge in die Kellereien die Erwartung zwischen 5 und 10%. Der fehlende Regen während der Wachstumsphase hat zum Gewichtsverlust der Trauben geführt.
Qualitativ könnte sich der Jahrgang 2015 interessant entwickeln, möglicherweise zu einem Wein der mehr Struktur und Komplexität als andere Jahrgänge hat. Es ist noch zu früh, um ein Resümee zu ziehen. Wie allgemein bekannt, dauert es zwei Jahre, bevor man einen Franciacorta verkosten kann.
Positives Zeichen für Franciacorta im ersten Halbjahr 2015: eine Steigerung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 um 10,6 Prozent in Italien und im Ausland, mit einem Gesamtvolumen von 5.855.781 Flaschen. Der Export macht einen Anteil von 12,4% des gesamten Verkaufs aus und steigt damit um 8,4%. Japan bleibt im Ausland der Markt Nummer 1 für Franciacorta.