01/01/2013 - Entdecken Sie unsere Vorschläge für Wochenende in der Franciacorta.
04/01/2013 - Apertura delle cantine, dei produttori di prodotti tipici nei weekend 2013
Im Zusammenspiel von Geschichte, Wein und Kultur der Franciacorta sticht eine der weltweit ersten Veröffentlichungen über das Verfahren der natürlichen Flaschengärung zur Herstellung von Weinen und deren Wirkung auf den menschlichen Körper hervor: 1570 wurde in Italien ein Text des Brescianer Arztes Gerolamo Conforti, auf dessen Studien die späteren Erkenntnisse des illustren Abts Dom Perignon basierten, gedruckt. Unter dem bedeutungsschweren Titel: „Libellus de vino mordaci“ beschrieb Conforti die damals bemerkenswerte Verbreitung und den hohen Konsum dieser „Weine mit Luftbläschen“, die er als „mordaci“, also lebhaft spritzig und schäumend bezeichnete.
Aber nicht nur das: Mit der Gewandtheit eines erfahrenen Verkosters fällte er darüber hinaus folgendes Urteil: Die Weine seien „von pikantem und beißendem Geschmack, ohne – wie herbe und strenge Weine – den Gaumen auszutrocknen und ohne – wie süße Weine – auf der Zunge weich zu sein“. Außerdem listete er ihre heilenden Eigenschaften auf. Laut Conforti, der sich auch in der französischen Önologie hervorragend auskannte, war der schäumende Effekt der Franciacorta-Weine im Winter stärker, ließ dann aber im Laufe des Sommers fast vollständig nach.
Die Luftbläschen entstünden also durch das Kochen des Mostes beziehungsweise, um es korrekt auszudrücken, durch die Gärung, die es schon damals zu überwachen galt, damit sich die „gasartige, leichte und stechende Schlacke“ nicht verliere.
Es ist wahrscheinlichen diesen berühmten Worten zu verdanken, dass die ersten Hersteller dieses Franciacorta-Weins mit den Luftbläschen Gerstenkörner einsetzten, um den Gärungsprozess zu verstärken und zu verlängern.