01/01/2012 - Scopri le proposte per trascorrere una giornata, un weekend o una vacanza in Franciacorta.
25/02/2012 - Apertura delle cantine, delle distillerie e degli artigiani del prodotto tipico nel weekend
In Franciacorta war der Anbau von Reben also eine Konstante: Bereits in der Römerzeit, der Spätantike und dem Mittelalter gediehen hier Weinstöcke auch dank der günstigen klimatischen und pedologischen Bedingungen. Der Weinbau in dieser Gegend erlebte Hoch und Tiefs, wurde aber nie unterbrochen.
Die Klosterorden
Die Geschichte der Franciacorta wurde stark von großen Klosterorden beeinflusst, die hier noch vor dem Jahr 1000 enorme Besitzungen hatten und durch Rodung, Urbarmachung und Bewirtschaftung der Region beeindruckende Entwicklungsarbeit leisteten. Bedeutend in dieser Hinsicht war vor allem das 753 von dem Langobardenkönig Desiderio und seiner Gattin Ansa gegründete Frauenkloster San Salvatore (später in „Santa Giulia“ umbenannt) in Brescia. Die Besitztümer, die es in der Franciacorta hatte, sind im Polyptychon von Santa Giulia, einem alten Kodex aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts, dokumentiert. Aber es gab damals auch zahlreiche andere Klosterorden: zum Beispiel in Clusane (Priorat Clusane), Colombaro („Cella di Santa Maria“), Timoline („Corte di Santa Giulia“), Nigoline („Corte di Sant’Eufemia“), Borgonato („Corte di Santa Giulia“) und Torbiato („Corte dei monasteri di Verona e di San Faustino di Brescia“).
Das erste Schriftstück, das die Besitzungen des Brescianer Klosters San Salvatore (später Santa Giulia) in der Franciacorta erwähnt, ist auf das Jahr 766 datiert. Es handelt sich um die Urkunde, mit der Adelchi, der Sohn von König Desiderius, dem Kloster alle Güter, die er von seinem Großvater Verissimo und seinen Onkeln Donnolo und Adelchi erhalten hatte, vermachte (darunter auch einige Besitzungen in der Franciacorta).
Vor Welfen und Gibellinen floh Dante nach Paratico
Zur Zeit der Signorien war die Franciacorta mit Ausnahme zweier großer gibellinischer Zentren vor ihren Toren (Palazzolo und Iseo) ein welfisches Gebiet. Hier fand der verbannte Dante Alighieri erst am Hof der Lantieri in Paratico, dann in Capriolo Zuflucht. Es waren harte Jahre, geprägt von Kämpfen und Intrigen, denen erst die Signoria von Pandolfo Malatesta ein Ende setzte: Es folgte eine lange Zeit der Stabilität, in der die landwirtschaftliche Produktion wieder aufgenommen wurde und der Weinbau sowie die Weinerzeugung blühten. Als das Brescianer Gebiet von der Herrschaft der Visconti auf die Venedigs überging, nahm die Franciacorta eine entscheidende Rolle ein: In Gussago wurde 1426 die Verschwörung der adligen Welfen organisiert, die die Stadt Brecia der Republik Venedig übergaben. In jener Zeit wurden die ersten hohen, viereckigen und mit Zinnen versehenen Sichttürme gebaut, die noch heute die Franciacorta charakterisieren. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war die Franciacorta noch in die folgenden drei Bezirke (mit jeweils einem eigenen Hauptort) unterteilt: Rovato, Gussago und (nur teilweise) Palazzolo.
Die Geschichtsschreiber sind sich darüber einig, dass der Name „Franzacurta“ erstmals 1277 in den Statuten der Kommune Brescia zur Kennzeichnung des Gebietes südlich des Iseosees zwischen den Flüssen Oglio e Mella erwähnt wurde. Die „Franzacurta“ beziehungsweise „Franzia Curta“ war damals eine wichtige Region, da sie die Stadt Brescia mit Wein versorgte. Bekannt war sie aber auch wegen der Orte in der Valcamonica und der Valtrompia sowie südwärts wegen der Städte in der Valle Padana.
Die heutige geografische Eingrenzung der Franciacorta basiert auf den Statuten des Dogen von Venedig, Francesco Foscari (1429). Die älteste erhaltene Landkarte stammt aus dem Jahr 1469: Sie gilt als anonymes Werk und wird heute in der Bibliothek der Este in Modena aufbewahrt.
Die Vesper von Rovato
Der Konflikt zwischen Venedig und Frankreich brachte den Krieg auch in die Franciacorta: Im Jahr 1509 erhob sich die Bevölkerung gegen die Franzosen. Dieser Aufstand ist schon fast eine Legende und wird überschwänglich „Die Vesper von Rovato“ genannt. Sein Zentrum lag in Rovato. Infolge Napoleons italienischer Siege wurde auch im Brescianer Gebiet die Freie Republik ausgerufen. In den Orten der Franciacorta schwang man die Fahnen der Freiheit und zerstörte die Symbole der Serenissima. Später erlebte die Franciacorta die Herrschaft der Österreicher, die Schlachten des Risorgimento und die Angliederung an das Königreich Italien.
In einem Bericht des Stadtvogts von Brescia, Paolo Correr, an den Kaiser aus dem 16. Jahrhundert werden neben den Tälern „Valcamonega, Valtrompia und Lasabbio“ auch die vier Gebiete „Pedemonte, Franzacurta, Asolano und Riviera“ erwähnt.